Nandu  (Rhea americana)

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Nandus sind flugunfähige Laufvögel und mit einer Scheitelhöhe von 130 bis 150 Zentimetern, einer Rückenhöhe von ungefähr 100 Zentimetern und einem Gewicht von 25 bis 30 Kilogramm  deutlich kleiner als sein afrikanischer Vetter, der Strauss. Die Heimat des Nandus sind zur Hauptsache die «Pampas», das heßt die offenen, weiten Grasländer Südamerikas - vom nordöstlichen Brasilien südwärts bis ins zentrale Argentinien, und von Meereshöhe bis in Höhen von 2000 Metern ü.M. Aber auch in Waldrandzonen und buschdurchsetzten Regionen trifft man ihn an.

 

Nach Abschluss der Balzrituale und nach erfolgter Paarung mit seinen «Haremsdamen» legt der Hahn an einer vor unerwünschten Blicken gut geschützten Stelle sein Nest an: Es handelt sich um eine flache Mulde im Erdboden mit einem Durchmesser von etwa einem Meter, die er mit trockenem Pflanzenmaterial auslegt und umrandet. Dann führt er die legebereiten Hennen zum Nest, wo nun jede von ihnen während eines Zeitraums von ein bis zwei Wochen ungefähr jeden zweiten Tag ein Ei legt. Befinden sich vier oder fünf Eier im Nest, so beginnt der Hahn mit der Brut. Die jeweils zum Eierlegen bereiten Weibchen kommen weiterhin zum Nest und legen ihr Ei kurzerhand neben dem Männchen ab, das es dann sofort sorgfältig mit dem Schnabel in sein Nest rollt. So sammeln sich gewöhnlich um die 20 Eier an, doch sind auch schon Grossgelege mit bis zu 80 Eiern entdeckt worden. Selbstverständlich kann der Hahn beim Brüten nicht so viele Eier bedecken und somit nicht alle ausbrüten. Deshalb bleibt stets ein gewisser Prozentsatz übrig, in dem sich keine Küken entwickeln. Warum sich die Nandus diesen «Überfluss» an Eiern leisten, ist nicht geklärt.

 

Wenn die Küken nach einer Brutzeit von gut fünf Wochen aus ihren dickschaligen Eiern schlüpfen, so unterstützt sie das pflichtbewusste Männchen tatkräftig dabei. Die Jungvögel tragen anfänglich ein hellbraunes Federkleid mit dunklen Längsstreifen auf dem Rücken, das sie in ihrem Lebensraum ausgezeichnet tarnt. Davon abgesehen sind sie kleine Ebenbilder ihrer Eltern, können sogleich auf ihren Beinchen umherrennen und picken von Anfang an selbständig nach Nahrung. Während der ersten Lebenstage ernähren sich die Kleinen überwiegend von Insekten, und der Hahn führt sie zu entsprechenden Nahrungsquellen. Doch allmählich folgen sie dem Beispiel ihres Vaters und nehmen ebenfalls Pflanzennahrung zu sich.

 

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Nanduhahn (links mit seinen beiden Hennen

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Der Hahn auf seinem Nest

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Nanduküken im Grünen

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Junges Nanduküken

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